• Drama
  • TUR 2015
  • Türkische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
  • Regie: Emin Alper
  • 119 Min
  • noch nicht bekannt
  • offizielle Filmseite

Vorführungen:

  • Do, 21. September 2017 – Fr, 22. September 2017 um 19:00 Uhr
  • Di, 26. September 2017 – Mi, 27. September 2017 um 21:15 Uhr
  • Do, 28. September 2017 – Sa, 30. September 2017 um 21:00 Uhr
  • So, 1. Oktober 2017 um 21:00 Uhr
  • Di, 3. Oktober 2017 – Mi, 4. Oktober 2017 um 17:00 Uhr
  • So, 24. September 2017 um 19:00 Uhr

Wenn man niemandem mehr trauen kann.

Das türkische Kino ist in den vergangenen Jahren aufgefallen mit Filmen, die in den Kern existenzieller und politischer Fragen vorgedrungen sind. Sei das die Yusuf-Trilogie von Semih Kaplanoğlu, deren dritter Teil Bal in Berlin den Goldenen Bären gewann, sei es die monumentale Innenansicht Winter Sleep von Nuri Bilge Ceylan, in Cannes mit der Goldenen Palme geehrt. Emin Alpers jüngster Film Abluka ergänzt diese Werke mit einer atemberaubend konsequent gestalteten und Gänsehaut erzeugenden Betrachtung einer Gesellschaft, in der die Angst regiert und keiner mehr dem anderen trauen kann. Während zum Einstieg ein Mann aus dem Gefängnis entlassen wird mit dem Auftrag, draussen unauffällig für den Staat zu schnüffeln und dies nicht einmal dem eigenen Bruder zu sagen, fragt man sich am Ende des Filmes, ob seine Freiheit im Gefängnis nicht grösser gewesen sei. Emin Alper hat einen Film gestaltet, der unter die Haut geht, weil er in einer wagen Zukunft spielt in einem Land, in dem diese verdammt nahe ist. Die Türkei steht mit einer Regierung, für die Waffen und Gefängnis alltägliche Instrumente der Disziplinierung geworden sind, für eine beängstigende Tendenz. Die Stadt im Film zuckt im Chaos von Gewalt und Gegengewalt. Paranoia dominiert alles. Der jüngere Bruder des Entlassenen mauert sich ein, weil er den Leuten nicht mehr traut. Wenn es einen Film gibt, der uns vor Augen führt, wohin ein Land und seine Gesellschaft driften, wenn Ausgrenzung und Verdacht bestimmend werden, dann dieser. Die Beklemmung vermittelt sich ganz direkt, eine ausgeklügelte Tonspur verleiht den düsteren Bildern den Abgrund, in den wir fallen, wenn nur noch das Dunkel regiert. Staatliche Gewalt und jene des Terrors sind nicht mehr zu unterscheiden. Kein gemütliches, aber ein ungemein starkes und beängstigend aktuelles Kinostück.

Presse

«Das ist mit langem Atem erzählt und hat doch unglaublich grosse Dringlichkeit. Eindrücklich zeigt der Film, was ein Klima von Misstrauen, Terror, unbedingtem Gehorsam mit Menschen anrichtet, sie zugrunde richtet. Emin Alpers ABLUKA ist meisterliche Erzählkunst.» SRF, Brigitte Häring

«Der Film entwickelt einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. ProgrammZeitung

«Unter Bombensuchern und Hundejägern im Schmutzviertel von Istanbul spielt dieses Drama über eine Türkei, die in politischer Gewalt versumpft. Brennend aktuell und zudem ein eigensinnig-verstörender Psychothriller über die Logik der Paranoia.» Tages-Anzeiger

«Der Film des türkischen Regisseurs Emin Alper, dessen Titel (Der Wahn) auf die Paranoia in einem zunehmend autoritäreren System zielt, funktioniert als dichte Parabel und als Drama um zwei Brüder.» Neue Zürcher Zeitung

«Abluka – Der Wahn – ist eine beklemmende Parabel über Wahn und Wirklichkeit – nicht nur, aber vor allem in der Türkei. Man kann diesen Endzeit-Film auch als Abgesang auf das Menschsein lesen, unabhängig von einem politischen System, als Sinnbild politischer Gewalt und Zeugnis davon, wie sie ausgeübt, erduldet und erlitten wird. Es herrscht ein kafkaeskes Klima – kalt, undurchsichtig, vernichtend.» Cineman