Vorführungen:

  • Do, 5. Juli 2018 – So, 8. Juli 2018 um 17:00 Uhr
  • Di, 10. Juli 2018 – Mi, 11. Juli 2018 um 19:00 Uhr

Welchen Wert besitzt Geld und wie beeinflusst es die Beziehungen von Menschen? Diesen Fragen geht Schauspieler Daniel Lommatzsch in seinem tragikomischen Episodenfilm nach, den er ausschließlich mit Kolleg*innen des Thalia Theaters (Hamburg) besetzt hat. Auf Antworten begeben sich über 20 Protagonist*innen, die Lommatzsch als abseitige, schräge Figuren anlegt, aber dennoch mit reichlich Identifikationspotential ausstattet. Eines haben alle Personen gemeinsam: ihr Leben wird von einer Frage bestimmt, die sich um das Thema „Geld“ dreht. Wie werde ich vermögend? Wie werde ich meine Schulden los? Womit steigert man den Wert einer Firma? Wie kann man hoch verschuldeten Menschen dabei helfen, ihr Leben wieder in den Griff zu kriegen? Inhaltlich geht es also stets um die lieben „Finanzen“. Ein Thema, dass – in Zeiten stetig steigender Mieten und Lebenshaltungskosten – jeden beschäftigt und angeht.

Aus der Filmbeschreibung:

Was machst Du wenn ALLE Börsenkurse zeitgleich fallen?
Was machst Du, wenn das Geld morgen ausgespielt hat?
Ja, was machst Du eigentlich, wenn Dich das Geld plötzlich nicht mehr interessiert, aber die Frau, die Du entführt hast, schon geknebelt im Kofferraum liegt?
Der Nachrichtensprecher sagt: »Europa steht kurz vor der Pleite.« Wahrscheinlich hat er Recht.
Europa am Tag vor dem ganz großen Finanzcrash.
Ist das Geld bald arbeitslos?
Drei Banknoten gehen auf eine märchenhafte Reise.

Die zwei abgehalfterten Fernsehsternchen Micki und Ginger und der arbeitslose Physiker Reno versuchen eine junge Frau zu entführen. Aber einer der drei Entführer zweifelt plötzlich am Wert des Geldes und treibt seine Komplizen damit in den Wahnsinn.

»Das mit dem Geld geht zu Ende. Irgendwas Neues kommt, DA sollten wir dabei sein!« (Reno)

Die Entführte wird schon vermisst.
Drei Kinder aus gutem Hause suchen ihre Schwester:
Der pflichtbewusste Junior, der seinen Tag in Sekunden aufrechnet, sein Bruder Adrian, der im Gegensatz dazu das ganze Leben für einen großen Familienausflug hält und Sophia, die Künstlerin, die für sich nie das Echte im Leben findet.

„Das rechnet sich nicht. Eine Entführung ist sehr viel Aufwand. Vorbereitung, Durchführung, Risiko.
Sie müssen das nur mal durchrechnen.“ (Junior)

„Es muss sinnlos sein. Die Leute tun sinnlose Sachen – sie tun es für Geld – wie im echten Leben. Aber jetzt ist die spannende Frage: Ist das Kunst oder schon wieder einfach nur Arbeit? “ (Adrian)

„Ich hab keine Krise! Ich will einfach nur einen anderen Beruf! – Warum denken alle immer das ist ne Niederlage, wenn man mit etwas aufhört? Ich hab einfach verstanden: Kein Mensch braucht das, was ich mache. Und ich auch nicht. Aber ich hab keine Krise!“ (Sophia)

Aber bei der Suche nach ihrer Schwester Lilli kommen die drei ungleichen Geschwister schnell der Schattenseite ihrer Familie auf die Spur. Warum schweigt ihr Vater Teddy seit dem Tod seines ältesten Sohnes Max wirklich? Und hat Lillis Verschwinden etwas mit Max´ Selbstmord zu tun?

Am Ende fügen sich alle Einzelteile ihrer gemeinsamen Suche zu einem düsteren Familienporträt. Sie werden damit konfrontiert, welche existentielle Bedeutung ihre verleugnete Familiengeschichte für jeden Einzelnen hat.

Der Film folgt dabei immer der Spur des Geldes. Drei Hundert Euroscheine auf einer Reise von Mensch zu Mensch. Von den Entführern bis in die Familie ihres Opfers. Von Geschichte zu Geschichte. Am Ende ist man tot.