Architektur & Film: # Visionen für die Zukunft

Vorführungen:

  • Di, 3. April 2018 um 19:30 Uhr
  • Di, 10. April 2018 um 19:30 Uhr
  • Di, 17. April 2018 um 19:30 Uhr
  • Di, 24. April 2018 um 19:30 Uhr

Visionen für die Zukunft – Architekten im Portrait

Alle Filme der Reihe mit Einführung und kleinem Get-together im Anschluss
Eintritt: 6 Euro (Einheitspreis)

Kartenreservierungen unter Angabe der gewünschten Vorstellung und Personenzahl sind telefonisch oder per Mail über das sweetSixteen-Kino möglich (Mo-So 11-17 Uhr: 0231.910-66 23 oder unter info@sweetSixteen-Kino.de). Achtung: Sie erhalten eine Rückmeldung, ob die Reservierung noch möglich ist! Vorbestellte Karten bitte bis 30 Min. vor Filmbeginn abholen.


Stahl, Beton, Glas, Aluminium oder Kunststoff sind seit Beginn des 20. Jahrhunderts wichtige Baustoffe und zugleich wichtige Grundlagen für eine moderne Architektur, die sich vom historisierenden, ornamentalen Stil entfernte. „Form ever follows function“ postulierte der Pionier des Hochhauses, der amerikanische Architekt Louis Sullivan, bereits Ende des 19. Jahrhunderts, ein Leitsatz, der Programm für die architektonische Moderne sein könnte. Die Funktion der Architektur sollte nun im Vordergrund stehen und die Umsetzung musste so schlicht wie möglich erfolgen. Nie aber war die Moderne ein einheitlicher Stil, viel eher der Begriff einer Epoche.

Die 17. Ausgabe der Reihe Architektur und Film, die das sweetSixteen-Kino in Zusammenarbeit mit der
Architektenkammer NRW zeigt, präsentiert vier Portraits sehr unterschiedlicher Architekten des 20. und 21. Jahrhunderts, die die moderne Architekturgeschichte auf ihre Weise prägten und veränderten.


Die vier Vorstellungen auf einen Blick


Dienstag, 03.04.2018 – 19.30h

Rem Koolhaas – A kind of a Architekt

(DE 2005, 98 Min., DF, Regie: Markus Heidingsfelder, Min Tesch)

Rem Koolhaas ist ein Architekt, der durch sein Werk stets auch außerhalb der Fachwelt Aufsehen erregt. Seine außergewöhnlichen Entwürfe – die niederländische Botschaft in Berlin, die Bibliothek in Seattle oder die Konzerthalle in Porto – sind eindrucksvolle Beispiele seiner visionären Theorien über Architektur. Koolhaas ist immer auch Autor und Kommentator: Ziel ist nicht das architektonische Meisterwerk, sondern auch Provokation und die Erzeugung von Begeisterung. Rem Koolhaas – A kind of architect ist ein fesselndes, kritisches Portrait des Visionärs, das die Wurzeln seiner Ideen freilegt. „Es gibt viele Gründe
diesen Film zu mögen. Er analysiert präzise, schafft assoziative Verknüpfungen und spielt mit dem Experimentellen. Den beiden Autoren gelingt es, Koolhaas’ vernetzte Gedankenwelt in ein puzzleartiges Bildergewebe zu übersetzen, ohne in motivische Beliebigkeit zu verfallen. Den zahlreichen Einflüssen im Koolhaas’schen Kosmos gewinnen sie eine jederzeit verständliche und klare Struktur ab.“

 


Dienstag, 10.04.2018 – 19.30h

Wieviel wiegt Ihr Gebäude, Mr. Foster?

(GB/E 2010, 75 Min., DF, Regie Carlos Carcas, Noberto Lòpez Arnado)

Norman Fosters Entwürfe bestechen durch ihre Logik und sind keine langweiligen Funktionskonglomerate. Der Hearst Tower in New York City, Hongkongs Flughafen Chek Lap Kok, die Reichstagskuppel in Berlin oder die in Bau befindliche Masdar City in Abu Dhabi sind Oden an die Technik. Ursprünglich waren Fosters Entwürfe von einem durch Maschinen beeinflussten High-Tech-Stil gekennzeichnet. Später entwickelte er einen weitaus zugänglicheren Stil scharfkantiger Modernität. Wieviel wiegt Ihr Gebäude, Mr. Foster? erzählt seinen Weg vom Arbeitersohn, der nach dem Architekturstudium mit Richard Buckminster Fuller zusammenarbeitet, bis er ein eigenes Büro gründet. Eine rasante Geschichte, zum Teil von ihm selbst erzählt, in der es immer um das Prinzip hinter dem großen Entwurf geht, um die Suche nach der technisch und handwerklich perfekten Lösung. Auch als Designer hat sich Foster einen Namen gemacht, das Tischsystem „Nomos“ ist heute ein Bestseller.


Dienstag, 17.04.2018 – 19.30h

Albert Kahn – Der Architekt der Moderne

(D 1994, 82 Min., DF, Regie: Dieter Marcello)

Albert Kahn war einer der einflussreichsten Architekten des 20. Jahrhunderts. 1869 im Hunsrück geboren, begann er seine Karriere in den USA mit revolutionären Bauten für die Rüstungsund Autoindustrie, unter anderem entwarf er die Fabrikhalle, in der das legendäre Ford Modell T produziert wurde. Während der Großen Depression in den USA wurde Kahn mit der Planung und Errichtung fast aller sowjetischen Industriekomplexe beauftragt: 530 Fabriken in einem Zeitraum von zweieinhalb Jahren. Kahns Bauten sind Ausdruck der Hoffnungen und Enttäuschungen unserer Industriemoderne. Ihre Ästhetik wurde vom deutschen Bauhaus übernommen und beeinflusste die Architektur des 20. Jahrhunderts. Mit vorher unbekanntem Material aus US-amerikanischen und ehemals sowjetischen Archiven entwirft Albert Kahn – Der Architekt der Moderne ein breit angelegtes Bild vom Aufbruch unserer Industriemoderne und dem ihr eigenen Pathos.


 

Dienstag, 24.04.2018 – 19.30h

Vorfilm: Ommaggio à Mendelsohn

(Animationsfilm der Mendelsohns Skizzen auf verblüffende Weise zum Leben erweckt, I 1972, 5 Min., Regie: Manuel Pietrangeli)

Erich Mendelsohn – Visionen für die Ewigkeit

(IL/PL/USA/D 2011, 70 min., Regie: Duki Dror)

Erich Mendelsohn gilt als einer der bedeutendsten Architekten expressionistischer Bauwerke, der mit seinen Berliner Wahrzeichen, wie das Mosse-Haus, das Columbus-Haus oder das Observatorium Einsteinturm in Potsdam in der Weimarer Zeit für Furore sorgte. In jungen Jahren schickte er seiner späteren Frau Luise Maas Briefe mit kleinen Zeichnungen, in dem sich sein späteres Wirken bereits ankündigt. Doch erst mit der Errichtung des Einsteinturms startet Mendelsohn seine Karriere, die ihn nach der Flucht aus Deutschland nach England, Israel und in die USA führte. Erich Mendelsohn – Visionen für die Ewigkeit zeichnet nach den Memoiren von Luise Mendelsohn und den Briefen ihres Mannes nicht nur das Porträt einer lebenslangen Liebe, sondern auch das eines Visionärs, der ein unerschütterliches Selbstvertrauen in seine Fähigkeiten als schöpfender Künstler hatte. Der Film begibt sich auf die Spuren der Mendelsohns, befragt an den Wirkungsstätten Fachleute und zeigt Beispiele Mendelsohns spektakulärer Architektur.