Architektur und Film: Faszination Wolkenkratzer

  • Genre: divers
  • Land/Jahr: divers
  • Sprache: divers
  • Regie: divers
  • 90 Min
  • FSK: keine Angaben
  • offizielle Filmseite

Vorführungen:

  • Di, 4. April 2017 um 19:30 Uhr
  • Di, 11. April 2017 um 19:30 Uhr
  • Di, 18. April 2017 um 19:30 Uhr
  • Di, 25. April 2017 um 19:30 Uhr

Alle Filme der Reihe mit Einführung und kleinem Get-together im Anschluss

Eintritt: 6 Euro (Einheitspreis)

Kartenreservierungen unter Angabe der gewünschten Vorstellung und Personenzahl sind telefonisch oder per Mail über das sweetSixteen-Kino möglich (Mo-So 11-17 Uhr: 0231.910-66 23 oder unter info@sweetSixteen-Kino.de). Achtung: Sie erhalten eine Rückmeldung, ob die Reservierung noch möglich ist!

Vorbestellte Karten bitte bis 30 Min. vor Filmbeginn abholen.

Alle Infos auf einen Blick: Architektur und Film-Flyer (PDF)


DIE VIER VORSTELLUNGEN AUF EINEM BLICK (weiter unten ausführlich und mit Trailern)

Di, 4. April 2017 um 19:30h
Building the Gherkin – Norman Foster baut in London (Doku)
Doku über das Werden eines spektakulären Bauwerkes.
(Doku, CH 2005, 89 Min, Original mit deutschen Untertiteln, Regie: Mirjam von Arx)

Di, 11. April 2017 um 19:30h
High Rise
»Ein unbeherrschter Tobsuchtsanfall von einem Film, eine wilde und dekadente Orgie in enthemmten Bildscherben.« (kino-zeit.de)
(Drama, GB 2015, 112 Min, deutsche Fassung, Regie: Ben Wheatley)

Di, 18. April 2017 um 19:30h
Louis Sullivan – The Struggle for American Architecture (Doku)
Doku über den revolutionären Architekten Louis Sullivan (1856-1924), dem „Vater des Wolkenkratzers“.
(Doku, USA 2010, 97 Min, Originalfassung, Regie: Mark Richard Smith)

Di, 25. April 2017 um 19:30h
Men at Lunch (Doku)
Vorfilme: Manhatta (1921) und Skyscraper Symphony (1929)
Drei kurze Filme über die Geschichte des Hochhaus-Baus – und dem wohl berühmtesten Foto des 20. Jahrhunderts.
(Doku, IRL 2012, 67 Min, Deutsche Fassung, Regie: Seán Ó Cualáin) + 2 Vorfilme



Einführung

Schon in der Antike strebte die Architektur himmelwärts: Die Cheops-Pyramide maß rund 150 Meter, exakt die Höhe, ab der man Gebäude heute üblicherweise Wolkenkratzer nennt. Seit dem Mittelalter wuchsen vor allem Kirchen zum Himmel, doch Ende des 19. Jahrhunderts taten sich Chicago und New York als Geburtsstätte des modernen Wolkenkratzers hervor: immer höhere Wohn- und Geschäftshäuser entstanden als Ausdruck des Platzmangels in den Großstädten, aber auch als Symbole wirtschaftlicher Macht. Bis heute gilt für Prestigebauten weltweit: höher, kühner und spektakulärer, trotz erheblicher Bedenken der Stadtplaner. Die Baukosten steigen oft ins unermessliche, da der Unterbau bis zu 100 Metern in die Tiefe geht; die hochgerüstete Haustechnik sorgt für immensen Energieverbrauch und die Bewohner beklagen oft den Verlust der Beziehung zum öffentlichen Raum.

In der fünfzehnten Ausgabe der Reihe Architektur und Film, die das sweetSixteen-Kino in Zusammenarbeit mit der Architektenkammer NRW präsentiert, steht der Wolkenkratzer im Mittelpunkt. Das Filmprogramm wirft einen Blick auf die Geschichte des modernen Hochhauses, die Schwierigkeiten beim Bau und das Leben in der autarken Welt eines Wolkenkratzers.



Di, 4. April 2017 um 19:30h

Building the Gherkin – Norman Foster baut in London (Doku)

“The Gherkin” – die Gurke, so haben viele Londoner das spektakulärste Bauwerk von Stararchitekt Norman Foster getauft. Der Film beleuchtet den Bau des Gebäudes (die Hauptverwaltung der Versicherung Swiss Re) und die Bedenken diverser Parteien bezüglich eines solchen Megabauwerkes unter dem Eindruck des 11. September. Der Zuschauer erlebt hautnah die Gestaltung des öffentlichen Raumes.

Das zweithöchste Gebäude der Londoner City ist, so Architekt Norman Foster, „in sozialer, technischer, architektonischer und räumlicher Hinsicht radikal“. Building the Gherkin – Norman Foster baut in London (CH 2005) ist eine Langzeitstudie – von der Planung bis zum Einzug in 2004. Genau ein Monat und ein Tag nach dem Anschlag aufs New Yorker World Trade Center wird in London der erste Stahlträger des neuen Wolkenkratzers in Position gehievt. Die Frage ist unvermeidlich: Ist es richtig, einen so aufsehenerregenden Turm mitten im Londoner Finanzviertel zu bauen, an einem Platz, wo schon einmal eine Bombe hochging? Interne Konflikte wie die zwischen den involvierten Parteien – Auftraggeber Swiss Re, Architekturbüro Foster & Partners, Innenausstatter, Baubehörde –
werden ebenso gezeigt wie externe. Die öffentliche Diskussion um die Errichtung eines Turms, an einer Stelle, an der schon einmal Bomben niedergegangen waren, erregte die Gemüter.

(Doku, CH 2005, 89 Min, Original mit deutschen Untertiteln, Regie: Mirjam von Arx)


Di, 11. April 2017 um 19:30h

High Rise

Verfilmung des gleichnamigen Sci-Fi-Romans von J.G. Ballard. Die Bildung von abgekapselten Mikro-Gesellschaften in Großstädten ist schon heute kein seltenes Phänomen. In einer undefinierten Zeit findet dies in zugespitzter Form statt: Die Menschen sollen in gigantischen Hochhäusern leben, die Kleinstädten gleichen. Der Wohlstand lebt luxuriös an der Spitze der Wolkenkratzer, das Prekariat vegetiert an der Basis vor sich hin. So der ambitionierte Plan des Architekten Anthony Royal…

Der Spielfilm High Rise (GB 2015) entwirft ein städtebauliches Zukunftsmodell in Schichten: Das Hochhaus, in dem Robert Laing eine Wohnung beziehen darf, ist einer strengen sozialen Hierarchie unterworfen. Die vierzig Etagen des glamourösen Gebäudes sind klar aufgeteilt: Die Upperclass – darunter Anthony Royal, der gefeierte Architekt des Hauses – hat die oberen Stockwerke für sich reserviert. Laing wohnt im mittleren Bereich. Er freundet sich schon bald mit dem Journalisten Wilder aus einem der unteren Stockwerke an. Doch hinter den glänzenden Fassaden dieses Wolkenkratzers beginnt die Stimmung zu kippen: Mysteriöse Schlafprobleme und technische Störungen machen den Bewohnern zu schaffen. Bald brechen zwischen den oberen und den unteren Stockwerken immer schärfere Konflikte aus. Als der Streit unter den Bewohnern in nackte Gewalt ausufert, muss sich Laing entscheiden, auf wessen Seite – oben oder unten – er eigentlich steht.

(Drama, GB 2015, 112 Min, deutsche Fassung, Regie: Ben Wheatley)


Di, 18. April 2017 um 19:30h

Louis Sullivan – The Struggle for American Architecture (Doku)

Erster abendfüllender Film über einen der bedeutendsten amerikanischen Architekten, der als „Vater des Wolkenkratzers“ gilt und den sein Schüler Frank Lloyd Wright nur „Meister“ nannte. Zusammen mit seinem deutschstämmigen Partner Dankmar Adler gründete Sullivan ein Büro, das prägend für die „Chicagoer Schule“ war: riesige Hochhäuser mit Stahlrahmenkonstruktionen, die Fassaden in Einklang mit der europäischen klassischen Moderne.

Louis Sullivan – The Struggle for American Architecture (USA 2010) ist die erste Dokumentation über den revolutionären und brillanten Architekten Louis Sullivan (1856-1924) aus Chicago. Er gilt als der „Vater des Wolkenkratzers“ und „Prophet moderner Architektur“, der unter anderem das Postulat ‚form ever follows function‘ prägte. Der vielfach preisgekrönte Film stellt den Architekten in den sozialen, politischen und kulturellen Kontext seiner Zeit und zeichnet das Bild eines eigenwilligen Künstlers, der romantische Ornamentik mit moderner Architektur verband, alles vor dem Hintergrund des Aufstiegs der Stadt Chicago, der Sehnsucht nach Historismus und dem Siegeszug der Industrialisierung. Sullivan erstrebte eine Architektur, die so einzigartig und gewagt war wie das Land, seine Idee des „Design for all“ wurde vor allem von seinem berühmtesten Schüler Frank Lloyd Wright weiter getragen. Der Film zeigt nahezu alle heute noch erhaltenen Gebäude Louis Sullivans.

(Doku, USA 2010, 97 Min, Originalfassung, Regie: Mark Richard Smith)


Di, 25. April 2017 um 19:30h

Men at Lunch (Doku)
Vorfilme: Manhatta (1921) und Skyscraper Symphony (1929)

+++ ACHTUNG +++ Leider haben wir erst soeben mitgeteilt bekommen, dass der Verleiher, anders als angekündigt, die Originalfassung von „Men at Lunch“ inklusive deutscher Untertiteln NICHT liefern kann, sondern einzig die englische Originalfassung OHNE Untertitel. Wir hoffen, dass bis zur Aufführung eine Version mit deutschen Untertiteln vorliegt und halten euch hier auf dem Laufenden. Daumen drücken! (Stand: 19. April). +++ ACHTUNG +++

Das wohl bekannteste Foto des 20. Jahrhunderts: Arbeiter in New York, die in luftiger Höhe auf einem Wolkenkratzer-Rohbau Pause machen. Die Dokumentation erzählt die Geschichte hinter diesem Bild von 1932: Es ist die Geschichte vom Rennen um die höchsten Häuser und die Geschichte der Einwanderer in den USA, die New York zu dem gemacht haben, was es heute ist. Wer waren diese Männer? Wo kamen sie her? Und was wurde aus ihnen?

„Mittagspause auf einem Wolkenkratzer“ ist eine berühmte Schwarz-Weiß-Fotografie, die am 29. September 1932 entstand. Elf Stahlarbeiter machen Mittagspause in schwindelerregender Höhe auf einem Stahlträger im 69. Stockwerk des Rockefeller Center, 200 Meter über den Straßen von Manhattan in New York. Der Dokumentarfilm Men At Lunch (IRL 2012) des Regisseurs Seán Ó Cualáin beschäftigt sich mit der Baugeschichte der Stadt New York, die stark von den zahlreichen Migranten im Bauwesen geprägt ist. Für seinen Film konnte Regisseur Ó Cualáin die Nachfahren von zweien der abgebildeten Stahlarbeiter interviewen, daneben rekapituliert er aber auch die mysteriöse Geschichte der Entstehung der bekanntesten Fotografie der Welt.

Die Kurzfilme Manhatta (1921) und Skyscraper Symphony (1929), sind zwei Filmessays über die Wolkenkratzer-Landschaft Manhattans.
(Doku, IRL 2012, 67 Min, ACHTUNG ENGLISCHE FASSUNG OHNE UNTERTITEL, Regie: Seán Ó Cualáin) + 2 Vorfilme