Berlin Rebel High School (Doku) + am 26. und 27.11 mit Regisseur! (Bundesstart)

  • Doku
  • DE 2016
  • Regie: Alexander Kleider
  • 91 Min
  • FBW Prädikat besonders wertvoll
  • ab 0 Jahren
  • offizielle Filmseite

Vorführungen:

  • Do, 23. November 2017 – So, 26. November 2017 um 17:00 Uhr
  • Di, 28. November 2017 – Mi, 29. November 2017 um 17:00 Uhr
  • So, 26. November 2017 um 12:30 Uhr
  • Mo, 27. November 2017 um 10:00 Uhr

Sonntagsmatinee: Berlin Rebel High School + Regisseur
Am Sonntag, 26. um 12.30h in Anwesenheit des Regisseurs. Regulärer Eintritt.

Schulvorstellung: Berlin Rebel High School + Regisseur
Montag, 27. November in Anwesenheit des Regisseurs. Eintritt für Schüler*innen: 4 Euro / Begleitperson: frei. Wir bitten um rechtzeitige Anmeldung: info@sweetSixteen-Kino.de

 

Filminfos:

Alexander ist Anfang zwanzig und hat schon mehr als zehn Schulen besucht, überall gab es Ärger, denn mit Autoritäten kommt er nicht klar. Lena schmiss die Schule für eine Flucht aus ihrem einengenden Heimatdorf, und Hanil aus Aachen war zu faul und bekifft, um das Abi zu schaffen. Die drei Teenager und ihre Mitschüler wollen die Hochschulreife nun nachholen und besuchen die Kreuzberger „Schule für Erwachsenenbildung“, wo engagierte Lehrer sie auf die Prüfungen vorbereiten.

Das Besondere an der 1973 gegründeten SFE ist die Selbstverwaltung: 142 Euro Schulgeld pro Schuljahr sichern der Bildungsanstalt finanzielle Unabhängigkeit. Die Angestellten von der Bürokraft bis zum Lehrer erhalten einen Bruttostundenlohn von 12,50 Euro, die Schüler dürfen auf den Vereinsversammlungen mitbestimmen. Noten gibt es in dem anti-autoritären Bildungsverein nicht, auch keinen Direktor, dafür Feedbackrunden und einen persönlichen Kontakt zum Lehrpersonal. Die Prüfungsvorbereitung findet zwischen Graffitis und dem Hund der Klassenkameradin statt.

Ob die Schüler ihre zweite Chance nutzen, liegt in ihrer eigenen Verantwortung. Nicht alle können ohne äußeren Druck bei der Sache bleiben. Eine Lehrerin betont, die SFE sei kein Paradies für Hänger, doch die anfängliche Euphorie bröckelt so stetig ab wie der Putz an den Wänden des Gebäudes, das Hanil als „heruntergekommen“ bezeichnet. Manche Schüler fassen Vertrauen zu den Lehrern, finden im Klassenverbund ein soziales Netz und verfolgen ihr Ziel konsequent, andere bleiben der Schule immer öfter fern. Bald kommt es zu einer Motivationskrise: Nur eine Handvoll Leute nimmt an der Klassenkonferenz teil, gerade im Sommer bricht sich Faulheit Bahn, und am anderen Ende der Fahnenstange Unmut über die allgemeine Trägheit.

Es ist ein zentrales Thema des Films, wie unterschiedlich die Jugendlichen mit dem fehlenden Druck umgehen, inwieweit sie die nötige Reife mitbringen. Die Struktur folgt den Phasen, die eine Lehrerin als typisch beschreibt: Auf die anfängliche Begeisterung folgt erst schleichende Ernüchterung, dann (zumindest bei den meisten) die produktive Panik vor der Prüfung. Gerade im letzten Kapitel merkt man, wie sehr einem die Protagonisten ans Herz gewachsen sind.

Von der Machart her fällt Alexander Kleiders Doku konventionell aus. Die Schüler und Lehrer kommen in klassischen Interviewsituationen zu Wort, Kurzausflüge in die Heimatstädte spüren der Vergangenheit der Schüler nach, und Kamerafahrten über die Dächer Berlins schaffen hergebrachte Szenenübergänge. Am besten trifft noch der verspielte Soundtrack aus elektronischer Popmusik den rebellischen Geist der SFE, deren basisdemokratischer Ansatz auf jeden Fall bedenkenswert ist.