Chavela – A Singer A Fighter A Symbol (Doku) (Bundesstart)

  • Dokumentarfilm
  • USA 2017
  • Wir zeigen Dokus im Original mit deutschen Untertiteln und/oder Voice-Over
  • Regie: Catherine Grund und Daresha Kyi
  • 90 Min
  • FSK nicht bekannt
  • offizielle Filmseite

Vorführungen:

  • Do, 17. August 2017 – So, 20. August 2017 um 17:00 Uhr
  • Di, 22. August 2017 – Mi, 23. August 2017 um 21:00 Uhr

Schlich Chavela wirklich spät nachts in die Schlafzimmer von Frauen wie Ava Gardner, um sie ihren Ehemännern abspenstig zu machen? Lud sie manchmal ihre Waffe, nur um aus Spaß rumzuballern? Hatte sie ausufernde Trinkgelage mit ihren Freunden, die freitags begannen und bis zum darauffolgend Mittwoch dauerten? Lebte sie ein Jahr lang mit Frida Kahlo und hatte eine leidenschaftliche Romanze mit ihr? Chavelas lustvolle, schmerzliche, musikalische und zutiefst spirituelle Reise zu sich selbst ist der Dreh- und Angelpunkt dieser Dokumentation. Ein umwerfendes Porträt einer Frau, die es wagte, auf einzigartige Weise singend, tanzend, sich kleidend und redend ihr Leben zu leben.

Mit seinem lyrischen Aufbau nimmt Chavela die Zuschauer mit auf eine bewegende, nachdenklich stimmende Reise durch das Leben der wegweisenden Pionierin Chavela Vargas. Aufnahmen von Catherine Grund aus dem Jahr 1991 zeigen Chavela, die in entspanntem Plauderton mit einer Gruppe junger lesbischer Bewunderinnen spricht, und bieten einen seltenen, intimen Blick auf diese ikonische Sängerin auf dem Höhepunkt ihrer Reise.

Sie gab dieses Interview nach jenen zwölf Jahren, die sie an Alkoholabhängigkeit und an eine schmerzliche Trennung verloren hatte, und bevor sie nach Spanien ging, wo sie wie ein Phönix aus der Asche wieder aufstieg. Stark, lustig und quicklebendig hatte sie ihre besten Jahre nach ihrem 71. Geburtstag. Dieses einzigartige Interview zieht sich als roter Faden durch Chavela, der ihr faszinierendes Leben von ihrer Geburt in Costa Rica bis zur Gegenwart in Form leidenschaftlicher Liebeslieder und tiefer Beziehungen erzählt, die die Menschen tief berührt.

Über Chavela

Pedro Almodóvars Filme spielten eine wichtige Rolle, um ihre Karriere auf ein internationales Level zu heben. Wann auch immer er sie in der Öffentlichkeit vorstelle, kniete er sich nieder und küsste die Bühne, bevor sie an Orten wie der Carnegie Hall in New York, dem Olympia Theatre in Paris oder der Plaza de España sang. Chavela trat 1967 auch in dem Film La Soldadera, Werner Herzogs Schrei aus Stein and Julie Taymor’s Frida auf und sang „Tú Me Acostumbraste“ („Because of You, I Got Accustomed“) in Alejandro González Iñárritus Babel.

Zu Lebzeiten nahm Chavela 80 Alben auf, erhielt den Spanischen Grammy für ihr Lebenswerk und war die zweite Frau, die Spaniens wichtigsten Kunstpreis erhielt, das Große Kreuz Isabellas der Katholischen. Sie stand vielen prominenten Künstlern und Intellektuellen nahe, darunter Juan Rulfo, Agustín Lara, Frida Kahlo, Diego Rivera, Dolores Olmedo, José Alfredo Jiménez, Lila Downs und Joaquin Sabina.
2012 starb Chavela im Alter von 93 Jahren, nachdem sie mit ihrem letzten Album La Luna Grande auf Tour war, ein Tribut an den Dichter Garcia Lorca, mit dessen Geist sie täglich kommunizierte.

Als Isabel Vargas Lizano in Costa Rica geboren, lief Chavela Vargas (1919-2012) in ihren frühen Teenagerjahren von Zuhause weg und fing an, auf der Straße zu singen. In den 1950ern wurde sie ein Liebling der erblühenden Bohème-Szene von Mexiko-Stadt. Sie forderte die mexikanische Mainstream-Moral heraus, indem sie Hosen trug, Tequila trank und Zigarren rauchte. Dabei sang sie „Rancheras“, Liebeslieder an Frauen, und weigerte sich, diese an Männer zu adressieren. „Sie war das grüne Chile“, erinnert sich Elena Poniatowska, die Grande Dame der mexikanischen Schriftstellerei. Obwohl sie viele Jahre im Verborgenen lebte, weil sie mit ihrem Alkoholismus zu kämpfen hatte, wurde Chavela von einer Huichol-Indianderfamilie wieder gesundgepflegt, die sie auch in den Schamanismus einführte. Ihr restliches Leben war sie auch als „La Cupaima“ bekannt, als „letzte Schamanin“.

Ihr fantastisches Comeback begann mit 72 Jahren, als der spanische Filmemacher Pedro Almodóvar sie entdeckte und ihre Musik in zahlreichen seiner Filme verwendete.