Die Migrantigen (Bundesstart)

Vorführungen:

  • Do, 7. September 2017 – So, 10. September 2017 um 19:00 Uhr
  • Di, 12. September 2017 – Mi, 13. September 2017 um 19:00 Uhr
  • Do, 14. September 2017 – So, 17. September 2017 um 17:00 Uhr
  • Di, 19. September 2017 – Mi, 20. September 2017 um 19:00 Uhr

Die beiden in die Gesellschaft integrierten Freunde Benny und Marko täuschen für eine TV-Doku-Serie vor, arbeitslose Kleinkriminelle mit Migrationshintergrund zu sein, bis sich das Blatt wendet und die von ihnen erfundene Wirklichkeit sie einholt.

Marko und Benny, zwei Wiener mit sogenanntem „Migrationshintergrund“, sind vollständig integriert. So sehr, dass sie kaum noch als fremd wahrgenommen werden – wären da nicht Bennys schwarze Haare. Als die beiden aufgrund ihres Aussehens am Rudolfsgrund, einem ethnisch durchmischten Vorstadtviertel, von der ambitionierten TV-Redakteurin Marlene Weizenhuber, die nach Protagonisten für ihre TV-Dokuserie sucht, angesprochen werden, geben sie sich als kleinkriminelle und abgebrühte Migranten aus, die es faustdick hinter den Ohren haben.

Damit ihre Lüge nicht auffliegt, bauen sie sich eine zweite Identität, die aus Klischees und Vorurteilen besteht. Und während die beiden durch die Erfüllung dieser Erwartungen und Vorurteile die Serie zum Erfolg machen, setzen sie sich gleichzeitig zum ersten Mal mit den echten Integrationsschicksalen auseinander – auch mit ihren eigenen… eine politisch unkorrekte Komödie über moderne Klischees, falsche Identitäten und „echte“ Ausländer – falls es die überhaupt gibt!

Regiestatement

Die Migrantigen. Dieser Begriff ist ein Schmäh, um es auf Wienerisch zu sagen. Benny und Marko, die beiden Protagonisten unserer Geschichte, sind eigentlich keine Migranten. Manchmal sind sie grantig, okay. Aber Migranten?

Im Gegensatz zu ihren Eltern sind sie beide in Österreich geboren, sind Wiener durch und durch – wenn da nicht die schwarzen Haare von Benny wären. Benny, der Schauspieler, der nicht schauspielert, weil er sich weigert die Ausländerrollen zu übernehmen, die Omars und Kemals und Ahmads. Und Marko, der Camouflage-Jugo, der alles dafür tut um nicht wieder dort zu landen, wo er herkommt – im Gemeindebau.

Dass ausgerechnet sie, zwei eigentlich „Integrierte“, sich für das Fernsehen als nicht gesellschaftsfähig, kleinkriminell und gefährlich ausgeben, dass die Verkörperung der Klischees und Vorurteile durch die zweite Generation der Migranten selbst passiert, soll die Zuschauer nicht nur unterhalten, sondern ihnen auch die Angst nehmen – die Angst davor, Vorurteile zu haben, in Klischees zu denken, zu schubladisieren. Denn ja, der Türke wird manchmal aggressiv, der Jugo liebt die Jogginghosen und der Österreicher meckert gerne – manchmal. Wenn wir aber nur diese eine Seite der Geschichte zeigen, wird sie irgendwann zur ganzen Wahrheit. Und dann wird’s brenzlig.