Die Misandristinnen (OmU) (Bundesstart)

  • Drama
  • DE 2017
  • engl./dän. Originalfassung mit deutschen Untertiteln
  • Regie: Bruce LaBruce
  • 91 Min
  • FSK: keine Angabe
  • offizielle Filmseite

Vorführungen:

  • Do, 9. November 2017 – Fr, 10. November 2017 um 17:00 Uhr
  • Sa, 11. November 2017 – So, 12. November 2017 um 21:00 Uhr
  • Mi, 15. November 2017 um 21:00 Uhr
  • So, 19. November 2017 um 21:00 Uhr
  • Mi, 22. November 2017 um 21:00 Uhr

Der Kanadier Bruce LaBruce, hat mit „Die Misandristinnen“ ein Werk gedreht, in welchem fast ausschließlich Frauen auftreten. Das ist schon mal eine ziemlich interessante Prämisse. Das Resultat ist indes noch viel mehr als nur interessant: Es ist überaus komisch, clever, kämpferisch, wild, wüst, derb und zudem ein kundiger Trip durch die Historie des weiblichen Coming-of-Age-Films, der – insbesondere in den 1970er Jahren – nicht selten in trashiger Optik, mit lächerlichen Klischeefiguren sowie einer gehörigen Portion Exploitation daherkam.

Bruce LaBruce über seinen Film:

DIE MISANDRISTINNEN ist eine lose Fortsetzung meines Films  „The Raspberry Reich“ aus dem Jahr 2005. In diesem Film glaubt die Hauptfigur Gudrun, die Anführerin einer Terrorist_innen-Gruppe, dass heterosexuelle Monogamie eine bürgerliche Fehlkonstruktion ist, die beseitigt werden muss. Um ihr Ziel zu erreichen, überredet sie ihre vornehmlich männlichen, heterosexuellen Gefolgsleute, ihren revolutionären Eifer zu beweisen, indem sie miteinander Sex haben. Während der Film oberflächlich den Idealismus  der Zeit der sexuellen Revolution und linksradikale Ideale anpreist, war er  auch als eine Kritik an der radikalen Linken  gedacht, insbesondere an deren Tendenz, nicht das zu praktizieren, was sie eigentlich predigen, sowie an der Aneignung von linksradikaler Motivik  durch den Mainstream als „radical chic“.

Auch DIE  MISANDRISTINNEN handelt von einer Terroristinnen-Zelle. Diesmal geht es um eine Gruppe  von essentialistisch-feministischen, lesbischen Separatistinnen, die sich die Female Liberation Army (FLA) nennen. Ihr Ziel ist der vollkommene Umsturz des Patriarchats und die Installation einer neuen weiblichen Weltordnung – eine Welt ohne Männer. Ihre Anführerin Big Mother führt gemeinsam mit ihrer Liebhaberin Dagmar und ein paar weiteren Kameradinnen ein katholisches Internat für schwererziehbare Mädchen, das in Wirklichkeit aber nur als Fassade für die Aktivitäten der Terrorzelle dient. Als Isolde, eine der acht Mädchen, einen verletzten Linksradikalen in den Wäldern entdeckt, entschließt sie sich, ihm zu helfen. Sie versteckt ihn im Keller des Internats und beginnt ihn gesund zu pflegen. Niemand sonst im Haus weiß von dem männlichen Gast, außer Isoldes „Mitschülerin“ Hilde, die in Isolde verliebt ist. Als jedoch dieses und andere Geheimnisse enthüllt werden, kommt es im Internat zum Aufruhr.

Wie „The Raspberry Reich“ funktioniert DIE MISANDRISTINNEN, der im Jahr 1999 angesiedelt ist,  sowohl als Satire und Kritik an der radikalen Linken und den Feministinnen der Zweiten Welle als auch als Feier auf die Ideale des Feminismus. Der Film ist ein vages Remake von Don Siegels Film „The Beguiled“, er bezieht sich aber auch auf eine Reihe anderer Filme wie Robert Aldrichs „Das dreckige Duzend“ und Eberhard Itzenplitz’ lange verdrängten Film „Bambule“ (1970, nach einem Drehbuch von Ulrike Meinhof). Zudem ist DIE MISANDRISTINNEN eine Hommage an den erotischen Film der 1960er und 70er Jahre, vor allem an Claude Chabrols „Zwei Freundinnen“ und Nagisa Oshima „Im Reich der Sinne“.