f² fotofestival: mapplethorpe, shot in the dark, borderland blues, les sauters

Vorführungen:

  • Fr, 7. Juli 2017 um 19:00 Uhr
  • Sa, 8. Juli 2017 um 17:00 Uhr
  • Sa, 8. Juli 2017 um 21:00 Uhr
  • So, 9. Juli 2017 um 19:00 Uhr

Das Festival f² steht für zeitgenössische Positionen und Tendenzen der Fotografie und findet erstmalig vom 22. Juni bis zum 16. Juli 2017 in Dortmund statt. Ausstellungen zu einem übergeordneten Thema an verschiedenen Orten der Stadt bieten die Plattform für ein übergreifendes kuratiertes Konzept.

In Kooperation mit uns präsentiert das f² Fotofestival an dem Wochenende 7. bis 9. Juli 2017 Dokumentarfilme, die sich dem Thema „Grenzen“ aus verschiedenen Perspektiven und Herangehensweisen widmen.

Alle Filme zum regulären Eintrittspreis: 7 Euro / 6 Euro ermäßigt


Mapplethorpe – Look at the Picture

Fr., 07.07.2017 um 19:00 Uhr
Skandal – heute ein Wort, das, so scheint es, allzu inflationär gebraucht wird. Aber die Arbeiten des Fotografen und Künstlers Robert Mapplethorpe haben sich die Bezeichnung während seiner Schaffenszeit noch redlich verdient. Denn Mapplethorpe war ein Besessener, besessen von der Fotografie und vom Sex, die er beide auf provokante Art miteinander vermählte und damit sogar Politiker vor den Kopf stieß. Natürlich sollten seine Bilder von schwulem Sex, Stillleben, Akten von Schwarzen und S&M-Praktiken nicht nur reine Provokation bleiben, sondern auch helfen, Homosexualität in der Öffentlichkeit zu etablieren.

In dem Dokumentarfilm „Mapplethorpe: Look At The Pictures“ wird ein ausführliches Porträt des Künstlers gezeichnet, bei dem auch seine ältere Schwester Nancy und sein jüngster Bruder Edward zu Wort kommen.
DE/US · 2016 · Laufzeit 108 Minuten · FSK 16 · Dokumentarfilm



Shot in the Dark

Sa., 08.07.2017 um 17:00 Uhr
Wer käme für den Beruf des Fotografen eher nicht in Frage? Die Antwort dürfte auf der Hand liegen: Natürlich Blinde und andere sehschwache Menschen. Doch so einfach ist es nicht und tatsächlich gibt es bemerkenswerte Künstler, die sich trotz fehlenden Augenlichtes dazu entschieden haben, einem ganz und gar visuellen Medium ihre Aufmerksamkeit zu widmen. Denn ihre Kunst entsteht nicht erst im Objektiv ihrer Kameras – sondern in ihren Träumen.

Regisseur Frank Amann traf sich für seinen Dokumentarfilm „Shot In The Dark“ mit einigen blinden Fotografen und spürte in langen und tiefgehenden Gesprächen einigen dringenden Fragen nach: Wie entstehen im Kopf eigentlich unsere Vorstellungen? Wie kreieren wir unsere Werke noch ehe wir überhaupt den Auslöser betätigen? Und welche weiteren Ideen und Vorstellungen entstehen beim Betrachten der Bilder? Und woher kommt die Motivation, hartnäckig an einer Kunstform zu arbeiten, die sich gänzlich der Wahrnehmung des Künstlers entzieht?

Drei blinde Fotografen
Das fehlende Augenlicht kann aber auch erst den Anlass geben, sich mit der Foto-Technik auseinander zu setzen. So ist die Kamera für Bruce Hall, seit der Geburt stark sehbehindert, eine Art Sehhilfe, die es ihm möglicht macht, seine Umwelt zu konservieren und sie anschließend zu entschlüsseln. Außerdem hat er mit seiner Unterwasserkamera eine ungewöhnliche Art der Kontaktaufnahme zu seinen sprachbehinderten Söhnen gefunden. Pete Eckert aus Sacramento verlor nach seinem Kunststudium die Sehfähigkeit und hat sich der “Licht-Malerei” verschrieben. Mit Mehrfachbelichtungen lässt er seiner Fantasie freien Lauf. Im Raum orientiert er sich mithilfe seines eigenen Echos. Die 77-jährige Künstlerin Sonia Soberats aus New York verlor ihre Fähigkeit zu sehen erst mit 56 Jahren. Sie beleuchtet ihre Portraitfotografien mit einer Taschenlampe und zeigt die Stationen ihres Lebens, wie sie ihr jetzt vor dem geistigen Auge erscheinen.
DE · 2016 · Laufzeit 79 Minuten · FSK 0 · Dokumentarfilm


Borderland Blues

Sa., 08.07.2017 um 21:00 Uhr
Sonora-Wüste, Arizona: Zwischen den USA und Mexiko verläuft eine metallene Grenze. In dem Gebiet finden sich jährlich die sterblichen Überreste von Menschen, die erfolglos versuchten, illegal über die Abgrenzungen zu kommen. Im Laufe der Zeit bildeten sich ob der aufgeheizten Stimmung zwei Lager heraus: Jene, die mehr Sicherheit fordern und andere, die nach humanitärer Hilfe verlangen.

Für ihren Dokumentarfilm sprach Regisseurin Gudrun Gruber mit Anwohnern, Mitgliedern von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und selbsternannten Grenzwächtern an der Grenze zwischen den USA und Mexiko. (AB)
DE/US · 2016 · Laufzeit 73 Minuten · Dokumentarfilm



Les Sauters – Those who jump

So., 09.07.2017 um 19:00 Uhr
An der nordafrikanischen Mittelmeerküste liegt die Stadt Melilla, die offiziell zu Spanien gehört und deshalb auf dem afrikanischen Kontinent eine Enklave bildet. Genau hier werden Afrika und der europäische Kontinent durch eine stark gesicherte Grenze voneinander getrennt, die aus drei Zäunen besteht. In den umliegenden Wäldern leben seit einiger Zeit Flüchtlinge, die meist aus der Subsahara-Region kommen und versuchen, die Grenze zwischen Marokko und Spanien zu überqueren.

Der aus Mali stammende Abou Bakar Sidibé lebt seit 14 Monaten in dem inoffiziellen Camp und hat schon mehrfach den Sprung in die EU versucht. Nach einem Treffen mit den Filmemachern Moritz Siebert und Estephan Wagner übernimmt Sidibé deren Kamera und beginnt, seinen Alltag und die zermürbende Warterei selber zu filmen.
DK · 2016 · Laufzeit 122 Minuten · FSK 12 · Dokumentarfilm