Gelobt sei der kleine Betrüger (Bundesstart)

  • Spielfilm
  • DE/JO/NL 2017
  • In der synchronisierten Fassung
  • Regie: Mahmoud Massad
  • 82 Min
  • ab 6 Jahren
  • offizielle Filmseite

Vorführungen:

  • Do, 28. September 2017 – Sa, 30. September 2017 um 17:00 Uhr
  • So, 1. Oktober 2017 um 17:00 Uhr
  • Di, 3. Oktober 2017 – Mi, 4. Oktober 2017 um 21:00 Uhr
  • Do, 5. Oktober 2017 – Sa, 7. Oktober 2017 um 17:00 Uhr

„Gelobt sei der kleine Betrüger“ zeigt einen Mann, der ausgerechnet an einem Ort sein Glück findet, den jeder andere nie von Innen sehen möchte: im Gefängnis. Die Dramödie wurde vom jordanischen Filmemacher Mahmoud al Massad inszeniert.
Die Hauptfigur des Films, Ahmad, ist wahrlich ein „kleiner“ Betrüger. Er ist Kleinkrimineller und Trickdieb, der überall versucht, das Beste für sich herauszuholen. Aber er ist in erster Linie auch ein „harmloser“ Betrüger. Denn Ahmad könnte keiner Fliege etwas zu Leide tun und er trägt das Herz am rechten Fleck. Dass er zudem höchst sensitiv und sensibel veranlagt ist wird deutlich, als ihn die ersten Tage im Gefängnis doch merklich melancholisch stimmen.

Im Gefängnis wird Ahmad nur „Old Man“ genannt, da er – fast komplett ergraut und Falten so tief wie Straßengräben – eher wie Ende 50 aussieht als wie Mitte 40. Rund 80 Prozent des Films spielen im Gefängnis, als klassischer „Knast-Film“ geht „Gelobt sei der kleine Betrüger“ aber garantiert nicht durch. Im Gegenteil: genüsslich zieht Regisseur Al Massad alle gängigen Gefängnisfilm-Klischees und Gangster-Stereotype mit viel schwarzem Humor durch den Kakao. Denn die Inhaftierten, die sich teilweise zu zehnt eine Zelle teilen müssen, sind durch die Bank eher harmlos-unbedeutende Betrüger als gefährliche Kriminelle.

Dementsprechend haben dann auch die Gründe für ihre Inhaftierung, so gar nichts mit Gewalt, Mord oder Totschlag zu tun. Am witzigsten ist der Film, wenn er das vom Zuschauer Erwartete radikal ins Gegenteil verkehrt und seine Sehgewohnheiten auf diese Weise großartig unterläuft: die obligatorische Knast-Dusch-Szene z.B. ist völlig harmlos und gewaltfrei. Zum Duschenden gesellt sich noch nicht mal ein Zellengenosse. Auch von wilden Schlägereien oder Grabenkämpfen innerhalb der Gefängnismauern im Film: keine Spur. Stattdessen sonnen sich die Inhaftierten im Gefängnis-Innenhof oder schauen gemeinsam eine Seifenoper im TV.