Grenzgänger (Doku) + Regisseur (Bundesstart)

Vorführungen:

  • Mo, 11. Dezember 2017 um 19:00 Uhr
  • Mo, 18. Dezember 2017 um 19:00 Uhr

Zu beiden Vorstellungen wird der in Dortmund lebende Filmemacher Sönke C. Weiss anwesend sein. Regulärer Eintritt.

Statement des Regisseurs:

GRENZGÄNGER ist, wie seine anderen beiden Filme auch, ein imaginative documentary film, ein filmischer Essay, keine journalistische Dokumentation. Aus Begegnungen werden Geschichten, Perspektiven ändern sich, Antworten fehlen, wie auch ein bildungspolitischer Ansatz. GRENZGÄNGER spiegelt poetische Aktualität. Die Bilder im Vordergrund, sie illustrieren nicht das Gesagte; GRENZGÄNGER hat einen eigenständigen ästhetischen Anspruch, der den Zuschauer fühlen lassen möchte, er ist ein neugieriger wie zugleich sinnlicher wie vorsichtiger Film. „Denn wer Afrika nicht fühlen kann, der wird auch nie Zugang zu den Menschen dort bekommen. Intellekt allein reicht nicht“, sagt der Dortmunder Filmemacher S.C. Weiss.

Seit 2003 ist Erics Porträt um die Welt gegangen, wurde für NGO-Kampagnen gegen den Einsatz von Kindersoldaten benutzt, hing ein Jahr lang im Bonner Frauenmuseum und zierte die Titelseiten von Büchern und Theaterstücken. Was aber ist aus dem Jungen geworden? Im Juni 2017 machte sich Weiss auf Erics Spurensuche.

Seit 1994 findet im Ostkongo ein Krieg fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, mit Schuld hat hier die wirtschaftliche Globalisierung, zu der auch der Verkauf von Waffen gehört, zu der auch Eric gehört. Entfremdeter kann ein Mensch nicht sein. Als Journalist und Entwicklungshelfer hat Weiss in über 20
Jahren Afrika-Erfahrung aus fast 40 Ländern des Kontinents berichtet, dort viele Jahre gelebt. Was hat sich geändert? Hat die Non-Profit-Welt Afrikas Chancen in der Welt verbessert, oder ist dies nur eine Form des sanften, eines neuen Kolonialismus? Welche Wahrnehmung hat die Öffentlichkeit von Afrika? Warum die ständige Migration? So gleicht GRENZGÄNGER auch einem filmischen Tagebuch atmosphärischer Dichte und Kurzweiligkeit in ca. 75 Minuten mit Eric als Anker, bei dem alle Fäden zusammenlaufen