• Drama
  • FR 2017
  • französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
  • Regie: Anne Fontain
  • 114 Min
  • FSK: ab 12 Jahren
  • offizielle Filmseite

Vorführungen:

  • Do, 5. Juli 2018 – So, 8. Juli 2018 um 19:00 Uhr
  • Di, 10. Juli 2018 – Mi, 11. Juli 2018 um 21:00 Uhr

Frankreichs Schauspiel-Ikone Isabelle Huppert verblüfft bei diesem Coming-of-Age/Coming-Out-Drama, in dem sie einfach einmal nur sich selbst spielt. Als Star nutzt sie ihren Promi-Bonus, um einem schüchternen Schauspiel-Schüler unter die Arme zu greifen. Dessen Herzensprojekt erzählt als Theaterstück von der eigenen Kindheit, die alles andere als ein Ponyhof war. In der Schule wird der sensible Junge als „Schwuchtel“ beschimpft und misshandelt. Zu Hause geht es kaum besser zu. Der Vater ein Säufer. Die Mutter ein Wrack. Doch Titelheld Marvin avanciert zum Stehaufmännchen. Seine Biografie auf der Bühne gerät zum Triumph. Mit Rückblenden raffiniert erzählt, präsentiert sich ein bewegendes Drama um Würde und Gerechtigkeit mit exzellenten Darsteller*innen.

Aus der Filmbeschreibung:

Martin Clement, geboren als Marvin Bijou, ist entkommen. Dem Dorf seiner Kindheit. Der Tyrannei seines Vaters. Der Resignation seiner Mutter. Den Schikanen seiner Geschwister und Mitschüler. Allen, die ihn nicht verstehen wollten, weil er anders war als sie. Aber es gab auch Verbündete. Seine Lehrerin Madame Clement, die ihm die Welt des Theaters zeigte und deren Namen er voll Dankbarkeit annahm. Den Schriftsteller Abel Pinto, der ihn ermutigte, seine Geschichte aufzuschreiben. Und die Schauspielerin Isabelle Huppert, die sein Lebensstück mit ihm auf die Bühne bringen will. Martin ist bereit, für diese Aufführung alles zu riskieren. Sie soll zum endgültigen Zeugnis seiner Neuerfindung werden.

Für ihr authentisches Porträt eines schwulen Jungen, der sich von seiner prekären Herkunft befreit und zu einer eigenen künstlerischen Stimme findet, wechselt Regisseurin Anne Fontaine zwischen Marvins traumatischer Vergangenheit in der ostfranzösischen Provinz und Martins verheißungsvoller Gegenwart in der Pariser Bohème hin und her. Die berührende Geschichte einer queeren Selbstermächtigung gegen alle sozialen und kulturellen Widerstände erinnert stark an Édouard Louis‘ Bestseller „Das Ende von Eddy“ (2014), ist aber keine Adaption. Bei den Filmfestspielen in Venedig wurde der Film, in dem neben Newcomer Finnegan Oldfield („Nocturama“, 2016) mit Isabelle Huppert und Charles Berling auch zwei Stars des französischen Kinos glänzen, mit dem Queer Lion ausgezeichnet.