Dokumentarfilmfestival: Stranger than Fiction + Filmgäste

Vorführungen:

  • Sa, 27. Januar 2018 um 19:00 Uhr
  • So, 28. Januar 2018 um 19:00 Uhr
  • Di, 30. Januar 2018 um 19:00 Uhr
  • Mi, 31. Januar 2018 um 19:00 Uhr
  • Do, 1. Februar 2018 um 21:00 Uhr
  • Fr, 2. Februar 2018 um 21:00 Uhr
  • Sa, 3. Februar 2018 um 21:00 Uhr
  • So, 4. Februar 2018 um 21:00 Uhr
  • Mo, 5. Februar 2018 um 17:00 Uhr
  • Mo, 5. Februar 2018 um 19:00 Uhr
  • Mo, 5. Februar 2018 um 21:00 Uhr
  • Di, 6. Februar 2018 um 17:00 Uhr
  • Mi, 7. Februar 2018 um 17:00 Uhr

Vom 27. Januar bis zum 7. Februar ist das Kölner Dokumentarfilmfestival STRANGER THAN FICTION zu Gast im sweetSixteen-Kino und wir zeigen eine wunderbare Auswahl an internationalen (Welt-)Premieren und den neuesten NRW-Produktionen. Diverse Gäste und Regisseur*innen werden ihre Filme bei uns präsentieren:

Regulärer Eintritt pro Film: 7 Euro / 6 Euro ermäßigt


Grace Jones: Bloodlight and Bambi (Doku)

Samstag, 27. Januar, 19h
Sonntag, 28. Januar, 19h
Freitag, 2. Februar, 21h

Sophie Fiennes‘ Film ist kein Rockumentary im klassischen Sinne,
in dem die Geschichte von Aufstieg und Ruhm einer Rock-Celebrity
als chronologischer Entwicklungsroman beschrieben wird. Fiennes
verzichtet auf Archivmaterial und entwickelt „Grace Jones“ als
Konzertfilm mit Reportage-Strecken, in denen die titelgebende
Heroine bei Reisen in ihre Heimat Jamaika oder auf Tournee in
Hotelzimmern Einblicke in ihren Alltag gewährt. Höhepunkte des
Films sind allerdings jene Szenen, in denen die Urmutter aller
Queer- und Transgender-Ästhetiken in surrealen Outfits herrisch
über die Bühne stolziert und im Stroboskopgewitter den Taktstock schwingt: „Slave to the Rhythm!“ Viennale 2017

(Doku, GB/IRL/DE 2017, 115 Min, Regie: Sophie Fiennes)


The ballad of Fred Hersch (Doku)

Dienstag, 30. Januar, 19h
Dienstag, 6. Februar, 17h

Fred Hersch (*1955, Cincinnati) ist ein international anerkannter Meister der Improvisation und lebender Jazz-Gigant. Die ZEIT titelt kürzlich: „Fred Hersch. Virtuos. Schwul. Unerwünscht“ – denn Hersch ist ein Einzelgänger in seiner Musik und in seinem Leben – womöglich wider Willen, denn er war der erste namhafte Jazzmusiker der sich Anfang der 90er als schwul und HIV-positiv outete. Heute womöglich kein Ding mehr – bei seinem Outing vor 20 Jahren gab es jedoch keinen vergleichbaren Fall.

(Doku, US 2016, 76 Min., Regie: Carrie Lozano, Charlotte Lagarde)


Whatever happened to Gelitin (Doku)

Mittwoch, 31. Januar, 19h
Sonntag, 4. Februar, 21h + Regisseurin Angela Christlieb

Der Künstler Liam Gillick hat sie nicht gesehen. Auch Regisseur John Waters weiß nicht, wo sie geblieben sind. Der Filmemacher Tony Conrad hat zwar so seine Theorien, verrät diese aber nicht. Verschwunden sind nämlich die vier Mitglieder der österreichischen Künstlergruppe Gelitin. Das Quartett wurde bekannt mit ebenso grenzgängerischen wie bildstarken Performances, Skulpturen, Installationen und Fotoarbeiten. Salvatore Viviano, Künstler, Galerist und zeitweilig Mitwirkender in Gelitin-Performances, begibt sich auf die Suche nach der lustigsten Boy Group der Welt, befragt Künstler, Galeristen, Museumsleute, stets ein imposantes Mikrofon in der Hand, nach ihrem Verbleib. Das alles wird mit anarchisch montiertem Gelitin-Archivmaterial verknüpft: intensiv,transgressiv, experimentell, grellbunt, witzig und virulent.

(Doku, A 2016, 82 Min, Regie: Angela Christlieb)


For Ahkeem (Doku)

Donnerstag, 1. Februar, 21h
Mittwoch, 7. Februar, 17h

Daje ist 17 Jahre alt, so widerspenstig und verträumt wie ihre Altersgenossinnen anderswo auf der Welt. Wie ernst es um ihre Zukunft steht, das ahnt man zwar, als Daje mit ihrer Mutter zum Jugendrichter muss, weil sie wegen Aufsässigkeit von der Schule geflogen ist und nur noch eine Chance bekommt. Doch wirklich begreifen lässt sich ihre Situation erst allmählich: wenn man auf ihrem Schulheft die vielen Namen von ihren Freunden sieht, mit dem Kuli gekritzelt – dahinter ein R.I.P. und ein frisches Datum. „For Ahkeem“ erforscht den Kosmos einer jungen schwarzen Frau in St. Louis, Missouri. Aus einer strikt persönlichen Sicht erzählt der Film von ihrem Aufwachsen im heutigen US-Amerika, von den für sie vorgezeichneten Wegen, den verrammelte Backsteinhäuser säumen. Forum Berlinale 2017

(Doku, USA 2017, 89 Min, Regie: Jeremy S. Levine & Landon Van Soest)


66 Kinos (Doku)

Samstag, 3. Februar, 21h + Regisseur Philipp Hartmann

Ein Film über Programmkinos und ihre Betreiber. Während der Kinoauswertung seines Films „Die Zeit vergeht wie ein brüllender Löwe“ (bei Stranger Than Fiction 2014) reiste Philipp Hartmann quer durch die Republik und filmte dabei 66 Spielstätten und ihre Besitzer. Von manchen der Kinos sieht man nur die Außenfassade, bei anderen kommen Kinobetreiber und Programmmacher ausführlicher zu Wort, in insgesamt 30 Kinos erzählen sie vom Zustand einer Branche in Zeiten des Wandels. Aus dem Material entstand ein ebenso persönliches wie sentimentales, unterhaltsames wie erhellendes Porträt der Off-Kinolandschaft in Deutschland. Zugleich ist sein Film eine Hommage an jene Menschen, die diese Form der Kinokultur überhaupt möglich machen. Weltpremiere auf der Biennale 2016!

(Doku, DE 2016, 98 Min, Regie: Philipp Hartmann)


Playing God (Doku)

Montag, 5. Februar, 17h

Warum ist das Leben eines Feuerwehrmanns, der am 11. September
als Held in den Twin Towers ums Leben kam, etwa eine Million Euro
weniger wert als das eines Börsenmaklers? Wie viel Geld sollte
der Ölmulti BP den Fischern und ihren Familien bezahlen, die als
Folge der größten Ölkatastrophe der Geschichte um ihre Existenz
kämpfen? Fragen, die eigentlich unbeantwortbar und fast zynisch
scheinen. Nicht für Amerikas berühmtesten Entschädigungsspezialisten: Anwalt und Mediator Ken Feinberg.
„Playing God“ zeigt mehr als nur die Geschichte eines bisweilen
allmächtig wirkenden, aber immer scharfsinnigen, charismatischen
Akteurs: Was passiert innerhalb unserer westlichen Wertesysteme,
wenn Wirtschaftsinteressen und persönliche Schicksale durch Tragödien ineinander greifen? Ein tiefer Einblick in die Seele der amerikanischen Gesellschaft und eine Frage an unser aller Wertesystem.

(Doku, DE/NL 2017, 95 Min, Regie: Karin Jurschick)


Offene Wunde deutscher Film (Doku)

Montag, 5. Februar, 19h

Wie wild, unberechenbar, sinnlich, verwegen und prall das deutsche Kino sein kann, zeigte schon der Filmessay „Verfluchte Liebe deutscher Film“. Nun setzen Dominik Graf und Johannes Sievert die archäologische Abenteuerfahrt an die Ränder, in die Abgründe, aber auch ins Zentrum der deutschen Film- und Fernsehproduktion fort und werfen berechtigte Fragen auf: Warum gibt das öffentlich-rechtliche Fernsehen nicht mehr so hellsichtige Science-Fiction-Filme wie „Smog“ (1973) in Auftrag? Warum entwickelt das Kino keinen Wagemut im Genre? Und warum treten junge Regisseure nicht in die Fußstapfen des
widerborstigen Klaus Lemke, der seine Filme einfach aus der Hüfte schießt? Die Ode auf das dreckige, abseitige, schmuddelige, exzessive, wundervolle, ferne und doch nahe Kino.

(Doku, DE 2017, 116 Min, Regie: Dominik Graf & Johannes Sievert)


Kurzfilmprogramm KHM & ifs

Montag, 5. Februar, 21h + Regisseure: Luise Brinkmann und Mathis Hanspach


I sleep in the river’s bed (Doku)

Ein geduldiger, spürender Film über die Intimität eines abgeschotteten Dorflebens im vietnamesischen Urwald und die stete Plötzlichkeit des eintretenden Außerhalb. Ätherisch, atmosphärisch, aber dennoch weltlich und nah. Ohne Interviews oder fixierte Protagonisten erzählt er von Zusammenhalt, Nähe, der Natur und dem Menschen – Festivalpremiere!

(Doku, DE 2017, 35 Min, Regie: Mathis Hanspach & Luise Brinkmann – Produktion: ifs Köln)

 


Oh brother octopus (Doku)

Im Glauben der indonesischen Seenomaden besitzt jedes neugeborene Kind einen Zwillingsbruder in Form eines Oktopus. Rituale sollen den Bruder im Wasser besänftigen und Unheil abwenden. Nach Bruch mit der Tradition wird das Stadtbild Jakartas zur apokalyptischen Rache des Oktopus-Bruder erklärt – Deutscher Kurzfilmpreis in Gold 2017!

(Doku, DE 2017, 27 Min, Regie: Florian Kunert – Produktion: KHM Köln)