• Stummfilm
  • UdSSR 1925
  • Stummfilm
  • Regie: Sergei Eisenstein
  • 70 Min
  • FBW Prädikat besonders wertvoll
  • FSK: ab 12 Jahren
  • offizielle Filmseite

Vorführungen:

  • Sa, 4. August 2018 um 19:00 Uhr

Eintritt: 10 Euro / 8 Euro ermäßigt

Panzerkreuzer Potemkin – DER russische Revolutionsfilm aus dem Jahre 1925 ist ein Meilenstein der Filmgeschichte. Der junge Regisseur Sergej Eisenstein erhielt vom Zentralkomitee der kommunistischen Partei der Sowjetuion den Auftragnden Hergang der russischen Revolution zu verfilmen. Eisenstein bezieht sich auf den historischen Aufstand der Matrosen auf dem Panzerkreuzer und stellt die Geschehnisse in den Mittelpunkt seines Filmes:

Das schlechte Essen (fauliges Fleisch) läßt die Matrosen aufbegehren, einige verweigern das Essen. Der Kopmmandant greift durch und befiehlt die Erschießung der Aufständigen. in letzter Sekunde jedoch verhindert der Matrose Wakulintschuk dies, indem er zum Aufstand aufruft. Die Befehlshaber werden über Bord geworfen und die Matrosen übernehmen das Kommando. Daraufhin entsendet die Regierung das Admitralsgeschwader. Die Situation droht zu eskalieren. Panzerkreuzer Potemkin wurde 1958 auf der Weltausstellung in Brüssel zum „besten Film aller Zeiten“ gekürt.

Jury-Begründung der FBW zur Verleihung des Prädikat besonders wertvoll:
„Der Bewertungsausschuss hat dem Film das Prädikat „besonders wertvoll“ verliehen. Er bekräftigt damit die unbestreitbare Tatsache, dass dieser Film von Sergej Eisenstein zu den bleibenden Zeugnissen großartiger Filmkunst zu rechnen ist. Nach wie vor ist die balladeske Wucht dieses berühmten Filmwerks von erregender Gegenwärtigkeit. Auch als Zeugnis für eine wegweisende Bilddramaturgie bleibt dieser Film für alle Zeit ein künstlerisches Dokument von hohem Rang. Über den Film ist im Laufe der Zeit so viel geschrieben worden, dass es sich an dieser Stelle erübrigt, seine inhaltlichen und formalen Qualitäten im Einzelnen zu analysieren. Wohl niemand vermag sich – auch heute noch – der bannenden Wirkung zu entziehen, die beispielsweise von dem fast choreographisch anmutenden Aufbau und der Führung der Massenszenen ausgeht oder auch von der souveränen Aufteilung des Bildraumes (Achterdeck des Schiffes zu Beginn der Meuterei, Vormarsch der zaristischen Garde auf der berühmten Freitreppe von Odessa, die Hafenbilder im Nebel usw.). Kameraführung, Schnitt, Montage sind bis auf den heutigen Tag in der Grundanlage vorbildlich und Maßstab setzend geblieben. (Prager)“


Mit E-Bass und Live-Elektronik, sowie Zuspielungen begleitet der Musiker und Komponist Matthias Hettmer den Stummfilm Panzerkreuzer Potemkin mit einer Musik, die subtil die Schwingungen des Films in sich aufnimmt. Mit Unterstützung elektronischer Sounds verwandelt sich der E-Bass zu einem instrumentalen Chamäleon und zeigt sich in unterschiedlichsten Klangskostümen, um der differenzierten Machart des Filmes gerecht zu werden. Die Zuspielungen basieren größtenteils auf fiel recordings, sog. Eigenaufnahmen von Alltagsgeräuschen, welche live zu einem bedrohlichen Klanggewebe verfremdet und abgemischt werden und eine Art Potemkische Grundstimmung bilden. Die unterschiedlich akustisch gestalteten Klangräume gehen so immer wieder mit Eisensteins gewähltem Kameraeinstellungen neue Kombinationen ein.

Matthias Hettmer (1973, Marl) studierte instrumentale und elektronische Komposition bei Nicolaus A. Huber und Dirk Reith am ICEM (Folkwang Hochschule Essen). Als E-Bassist spielte er in den unterschiedlichsten Formationen im In- und Ausland, lehrte „Arbeit mit elektroakustischen Medien und Live-Elektronik“ an der Universität Dortmund, brachte in diversen Projekten elektronische Musik mit Performance zusammen und gründete u.a. mit dem Akkordeonisten und Komponisten Sven Hermann ein Ensemble für experimentelle Musik unter dem Namen Interzone perceptible (IP), mit dem er bereits mehrfach im sweetSixteen-Kino aufgetreten ist.