Zwischen den Stühlen (Doku) (Bundesstart)

  • Doku
  • DE 2016
  • Regie: Jakob Schmidt
  • 102 Min
  • FBW Prädikat besonders wertvoll
  • FSK: ab 0 Jahren
  • offizielle Filmseite

Vorführungen:

  • Do, 18. Mai 2017 – So, 21. Mai 2017 um 17:00 Uhr
  • Di, 23. Mai 2017 – Mi, 24. Mai 2017 um 21:00 Uhr

Um in Deutschland Lehrer zu werden, muss nach dem theoriebeladenen Studium ordnungsgemäß das Referendariat absolviert werden. Eine Feuerprobe, welche die angehenden Lehrer in eine widersprüchliche Position bringt: Sie lehren, während sie selbst noch lernen. Sie vergeben Noten, während sie ihrerseits benotet werden. Zwischen Problemschülern, Elternabenden, Intrigen im Lehrerzimmer und Prüfungsängsten werden die Ideale der Anwärter auf eine harte Probe gestellt.

ZWISCHEN DEN STÜHLEN begleitet drei von ihnen auf ihrem steinigen Weg zum Examen. Der mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilm gibt einen einfühlsamen wie humorvollen Blick hinter die Kulissen des Systems Schule und wirft dabei nicht zuletzt die Frage auf, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen.

 

REGISSEUR JAKOB SCHMIDT:
Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Film über Lehramtsreferendare zu machen?

„Ich hatte schon lange vor, einen Film über den Zustand von Schulen in Deutschland zu drehen. Vielleicht auch, weil ich selbst ein „Lehrerkind“ bin. Vor allem aber, weil ich mich selbst als Schüler unwahrscheinlich oft darüber geärgert habe. Auf der Suche nach einem spannenden Zugang zum Thema hat mich die schizophrene Perspektive, mit der angehende Lehrer während des Referendariats auf dieses verworrene System blicken, extrem fasziniert. Komprimiert auf einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren sind sie Schüler und Lehrer zur selben Zeit. Auf der einen Seite sind sie von Beginn an Autoritätspersonen, geben Noten, rechtfertigen ihr Handeln auf Elternsprechtagen – sie tun das, was wir von Lehrern erwarten. Auf der anderen Seite aber sind sie selbst dem System ausgeliefert. In denselben Klassenzimmern, in denen sie gerade noch genervt um Ruhe bitten, werden sie wenig später selbst im Unterrichten unterrichtet. Werden ihrerseits ermahnt, wenn sie zu laut tuscheln, müssen sich in Unterrichtsbesuchen den strengen Blicken ihrer „Lehrerlehrer“ stellen, ärgern sich über hundsgemeine Ausbilder und deren ungerechte Noten – und zittern vor der großen Abschlussprüfung, deren Ausgang darüber entscheidet, ob man jemals im Beruf wird arbeiten dürfen.“